{"id":750,"date":"2021-08-25T10:40:10","date_gmt":"2021-08-25T08:40:10","guid":{"rendered":"https:\/\/anarchismusforschung.org\/?p=750"},"modified":"2021-08-25T10:40:10","modified_gmt":"2021-08-25T08:40:10","slug":"aufruf-zur-gegenseitigen-hilfe","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/anarchismusforschung.org\/?p=750","title":{"rendered":"Aufruf zur Gegenseitigen Hilfe!"},"content":{"rendered":"<p>Die Genoss:innen vom Wiener ArbeiterInnen-Syndikat (WAS) haben einen &#8218;<strong>Aufruf zur Gegenseitigen Hilfe!<\/strong>&#8218; online gestellt, den wir hier gerne ebenfalls ver\u00f6ffentlichen. Es geht um die Unterst\u00fctzung f\u00fcr Afghanische Anarchistinnen vor Ort.\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Hier der Link zur WAS &#8211; anschlie\u00dfend der Aufruf:<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/wiensyndikat.wordpress.com\/2021\/08\/21\/aufruf-zur-gegenseitigen-hilfe\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">wiensyndikat.wordpress.com\/aufruf-zur-gegenseitigen-hilfe<\/a><\/p>\n<p><em>&#8222;Das WAS beteiligt sich an der internationalen Kampagne unserer Pakistanischen GenossInnen um Anarchistinnen aus Afghanistan in Sicherheit zu bringen. Aus Europa kann man derzeit am Besten mit Geld solidarisch sein. Wir rufen daher dazu auf, m\u00f6glichst viel davon nach Pakistan zu schicken, und koordinieren den Transfer nach Peschawar, da wir \u00fcber die IAA (Internationale ArbeiterInnen-Assoziation) in direktem Kontakt mit dem dortigen Syndikat stehen. Hier ist die gesamte Story.&#8220;<\/em><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<h2><strong>Aufruf zur Gegenseitigen Hilfe!<\/strong><\/h2>\n<h4>In Feminismus, International, Solidarity on 21. August 2021 at 13:58<\/h4>\n<h3><strong>Afghanische Anarchistinnen vor Ort unterst\u00fctzen!<\/strong><\/h3>\n<p>Das WAS beteiligt sich an der internationalen Kampagne unserer Pakistanischen GenossInnen um Anarchistinnen aus Afghanistan in Sicherheit zu bringen. Aus Europa kann man derzeit am Besten mit Geld solidarisch sein. Wir rufen daher dazu auf, m\u00f6glichst viel davon nach Pakistan zu schicken, und koordinieren den Transfer nach Peschawar, da wir \u00fcber die IAA (Internationale ArbeiterInnen-Assoziation) in direktem Kontakt mit dem dortigen Syndikat stehen. Hier ist die gesamte Story.<\/p>\n<p>Seit \u00fcber zwei Jahren sind unsere neuen GenossInnen von der Workers Solidarity Intitiative WSI in Pakistan aktiv. Diese junge anarchosyndikalistische Gewerkschaft ist schon beachtlich gewachsen, und momentan ist sie in zehn Pakistanischen St\u00e4dten aktiv. Gefestigte Syndikate gibt es momentan in Karatschi, Islamabad, Lahore und Peschawar. Daher tritt die WSI in j\u00fcngster Vergangenheit auch vermehrt als \u201eWorkers Solidarity Federation\u201c WSF auf. Sie hat vor, n\u00e4chstes Jahr ihren Status als \u201eFreundInnen der IAA\u201c auf Vollmitgliedschaft zu \u00e4ndern, wie wir es diese Jahr gemacht haben, und wird um Aufnahme als Sektion in unsere weltweite Gewerkschaftsf\u00f6deration ansuchen.<br \/>\nWSI\/WSF<\/p>\n<p><strong>Vielv\u00f6lkerstaat Pakistan und Situation in Peschawar<\/strong><\/p>\n<p>Das Syndikat in Peschawar, in der Nord-Westlichen Grenzregion zu Afghanistan, hat direkte Kontakte zu Anarchistinnen in Afghanistan. Dies ist nicht verwunderlich, da die Sprache gleich ist, und in der Region schon derzeit an die drei Millionen Afghanische Schutzsuchende leben. Peschawar ist eine Zwei-Millionen-Stadt wie Wien. Leider handelt es sich aber auch um die Gegend, in der die meisten islamischen Fundamentalisten aktiv sind. Die Gegend gilt als R\u00fcckzugsort f\u00fcr die Taliban, und die Unterst\u00fctzung der Pakistanischen Armee und des Geheimdienstes f\u00fcr die Afghanischen Klerikalfaschisten d\u00fcrfte mittlerweile allseits bekannt sein. Dennoch bem\u00fcht sich das dortige Syndikat darum, den herrschaftsfreien Sozialismus bekannter zu machen und sich mit vielen ArbeiterInnen zu organisieren. Unter derzeit widrigsten Umst\u00e4nden, wie man sich vorstellen kann. Die Islamisten demonstrieren t\u00e4glich auf den Stra\u00dfen, die Pakistanische Armee hat die Grenzen derzeit komplett geschlossen und l\u00e4sst \u2013 abseits von Taliban \u2013 niemanden rein oder raus, tageweise sind die Handymasten abgedreht, und stabiler Internetzugang ist immer wieder aufs Neue ein Gl\u00fccksspiel.<\/p>\n<p><strong>Die derzeitige Situation und die Ziele<\/strong><\/p>\n<p>Das Syndikat in Peschawar will nun so bald wie m\u00f6glich die Genossinnen aus Afghanistan herausholen. Ja, ihr habt richtig gelesen, es handelt sich ausschlie\u00dflich um Frauen! Das erste Ziel ist, sie so bald wie m\u00f6glich nach Pakistan zu bekommen, noch bevor die Herrschaft der Taliban sich verfestigen kann. Derzeit sitzen die anarchistischen Frauen in Afghanistan fest und ihre Situation mu\u00df als tendenziell lebensgef\u00e4hrlich betrachtet werden. Sobald irgendwie m\u00f6glich, sollen sie aus Afghanistan ausreisen. In weiterer Folge wollen wir ihnen ein Leben in der Region erm\u00f6glichen und sie auch dauerhaft dem Zugriff und der Gefahr durch die Taliban entziehen. Auch sowas kostet viel Geld. Es handelt sich um eine \u00fcberschaubare Gruppe von Frauen, die auch alle pers\u00f6nlich bekannt sind. Uns ist es wichtig das zu betonen, da es sich um eine direkte Gegenseitige Hilfe im urspr\u00fcnglichsten Sinne der ArbeiterInnen-Solidarit\u00e4t handelt. Wir sprechen hier nicht von einer diffusen \u201eSpendenkampagne\u201c oder einer unpers\u00f6nlichen Charity-Aktion, sondern von einer Direkten Aktion unserer GenossInnen, die ihre Leute da rausbekommen und retten wollen!<\/p>\n<p>Ein zweites Ziel ist es dann, falls noch Geld \u00fcber ist, die schon derzeit in der Region lebenden HacklerInnen, die als Gef\u00fcchtete aus Afghanistan gekommen sind, zu unterst\u00fctzen. Es handelt sich dabei nicht um Mitglieder der WSI\/ WSF, jedoch um ArbeiterInnen, die in extremer Armut leben m\u00fcssen. Alle sind anti-Taliban eingestellt und das Ziel ist den Fundamentalisten in der Gegend das Feld nicht zu \u00fcberlassen, sondern die HacklerInnen direkt zu unterst\u00fctzen.<\/p>\n<p><strong>Situation und finanzielles Koordinatensystem<\/strong><\/p>\n<p>Leben kostet in Pakistan f\u00fcr einfache\/ arme Menschen ab 120,- Euro pro Monat und Nase. BilligarbeiterInnen-Einkommen starten bei 100,- Euro im Monat. Ein Liter Milch kostet 0,6 Euro im Supermarkt, ein Brot 0,5 Euro. Der Kaufkraftfaktor d\u00fcrfte in vielen Bereichen 1:5 zu \u00d6sterreich betragen. Ein Euro bringt also vor Ort mindestens f\u00fcnf mal so viel wie in \u00d6sterreich. Aber; man kann \u2013 sofern es ums reine Weiterexistieren geht \u2013 mit wenig Geld wirklich viel machen. Die Einsch\u00e4tzung ist, da\u00df man mit 50,- Euro einer ArbeiterIn ein Monat lang das \u00dcberleben sichern kann.<\/p>\n<p><strong>Her mit da Marie<\/strong><\/p>\n<p>Wir haben uns also entschieden, den Aufruf der WSI\/ WSF Geld nach Pakistan zu schicken, nicht nur als WAS zu unterst\u00fctzen und selber soviel wie m\u00f6glich abzugeben, sondern auch \u00f6ffentlich dazu aufzurufen und von euch \u2013 interessierte \u00d6ffentlichkeit \u2013 einen Beitrag einzufordern. Das hat mehrere Gr\u00fcnde. Einerseits wollen wir eine Gewerkschaft, die es noch nicht solange gibt mit leuchtendem Beispiel beeindrucken! \ud83d\ude09 Andererseits ist es gerade in Gegenden, die nicht westlich gepr\u00e4gt sind, besonders wichtig, herrschaftsfreie Strukturen zu st\u00e4rken. AnarchistInnen in Afghanistan und Pakistan sind auch wirklich grunds\u00e4tzlich sehr bemerkenswert und k\u00f6nnen weiteren Unterdr\u00fcckten des Globalen S\u00fcdens und mit imperialistischer Unterdr\u00fcckungserfahrung zum Vorbild gereichen, und die Vorz\u00fcge des Anarchosyndikalismus n\u00e4her bringen. Wir denken dar\u00fcber hinaus, da\u00df es nichts Besseres als direkte Hilfe von ArbeiterInnen zu ArbeiterInnen gibt.<\/p>\n<p>Da wir eben mit Peschawar in direktem Kontakt stehen, koordinieren wir den Transfer f\u00fcr den deutschsprachigen Raum. Wir sammeln das Geld ein, und sorgen daf\u00fcr, da\u00df es in Pakistan ankommt. Dazu k\u00f6nnen wir uns auf ein verl\u00e4ssliches Netzwerk in der Internationalen ArbeiterInnen-Assoziation st\u00fctzen. Wir haben diese Tage auch ein ausf\u00fchrliches Telefonat mit Australischen GenossInnen gef\u00fchrt, die sehr tief in der Materie stecken und auch schon eine sichere Methode des Geldtransfers etabliert haben. Dabei geht es darum das Syndikat vor Ort unter dem Radar zu halten, und nicht mit gro\u00dfen Betr\u00e4gen die Beh\u00f6rden oder lokale Islamisten aufmerksam zu machen. Manche westliche Banken m\u00fcssen beispielsweise \u00dcberweisungen nach Pakistan immer an die Beh\u00f6rden melden, die dann einmal \u201eAntiterrorismusnachforschungen\u201c anstellen. Welch ein Hohn, wenn man sich ansieht wie problemlos die Taliban in Pakistan agieren k\u00f6nnen und wie deren Geldfl\u00fcsse ungehindert laufen, \u2026<\/p>\n<p>Dennoch k\u00fcmmern wir uns derzeit auch um direkte Transferm\u00f6glichkeiten, da wir die Geb\u00fchren m\u00f6glichst gering halten wollen, und Geld eher ungern einmal um den Globus schicken m\u00f6chten.<\/p>\n<p><strong>Und wie?<\/strong><\/p>\n<p>Wir schlagen f\u00fcr Wien vor, da\u00df ihr dem Syndikatsmitglied eures Vertrauens direkt Cash in die Hand dr\u00fcckt. Ihr seid auch gerne eingeladen bei jedem offenen Treffen vorbeizukommen. Jeden Samstag von 18.00 bis 19.00 Uhr in Ottakring. Wenn ihr au\u00dferhalb seid, kontaktiert uns doch einfach per Mail oder Telefon, und wir sagen euch wie wir die Geld\u00fcbergabe organisieren. Es steht auch ein SEPA-Konto zur Verf\u00fcgung. Oder ihr k\u00f6nnt uns auch ganz altmodisch einen (anonymen) Brief mit Bargeld schicken.<\/p>\n<p>Die franz\u00f6sischen GenossInnen der CNT-AIT haben auch eine typische \u201eInternet-klicki-M\u00f6glichkeit\u201c ins Leben gerufen, die wir euch notfalls auch mitteilen k\u00f6nnen. Wir raten aber, einerseits aus Datenschutzgr\u00fcnden, andererseits aus schlechten Erfahrungen mit Geld, das dann nicht freigegeben wird, eher davon ab. Au\u00dferdem sind die Geb\u00fchren exorbitant und unversch\u00e4mt, und wir wollen ja Afghanischen Anarchistinnen, nicht Amerikanischen Konzernen das Leben erm\u00f6glichen und erleichtern!<\/p>\n<p><strong>Und dann?<\/strong><\/p>\n<p>Wir werden auch in Zukunft mit der WSI\/ WSF in direktem Kontakt stehen und uns bem\u00fchen Updates zu ver\u00f6ffentlichen und Neuigkeiten zu publizieren, soweit es die Sicherheitslage zul\u00e4sst. Grunds\u00e4tzlich w\u00e4re es uns aber lieber, wenn wir auch in \u00d6sterreich einen Organisationsgrad erreichen, der solche \u00d6ffentlichen Aufrufe gar nicht braucht. Eine F\u00f6deration, die einfach selber einen angemessenen Beitrag \u00fcberweisen kann und kein \u201eMarketing\u201c und keine \u201eAufmerksamkeits\u00f6konomie im Linken Spektakel\u201c ben\u00f6tigen w\u00fcrde. Wo Alle nach rein solidarischen Gesichtspunkten selbstverst\u00e4ndlich als ArbeiterInnenklasse zusammenarbeiten.<\/p>\n<p>Bez\u00fcglich diesem frommen Wunsch k\u00f6nnen wir uns von der WSI\/ WSF noch einiges abschauen, die n\u00e4mlich unter weit heftigeren Umst\u00e4nden voranschreitet und in k\u00fcrzester Zeit beachtlich gewachsen ist. Von den Afghanischen Genossinnen einmal ganz zu schweigen, bei denen es tats\u00e4chlich ums Leben geht.<\/p>\n<p>Aber zuerst holen wir die jetzt mal gemeinsam da raus, und dann schauen wir weiter.<\/p>\n<p><em>Verbreitet diesen Aufruf gerne \u00fcber alle Kan\u00e4le.<\/em><\/p>\n<p>\u2014<br \/>\nWAS-IAA<br \/>\nWiener ArbeiterInnen-Syndikat<br \/>\n\u00d6sterreichische Sektion der Internationalen ArbeiterInnen-Assoziation<br \/>\nGewerkschaft f\u00fcr ArbeiterInnen aller Berufe und sonstige Ausgebeutete!<br \/>\nInternet: https:\/\/wiensyndikat.wordpress.com<br \/>\nEmail: wien.syndikat@riseup.net<br \/>\nTel.: 0664\/874 34 34<br \/>\nPostanschrift: WAS, Stiftgasse 8, 1070 Wien<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Genoss:innen vom Wiener ArbeiterInnen-Syndikat (WAS) haben einen &#8218;Aufruf zur Gegenseitigen Hilfe!&#8218; online gestellt, den wir hier gerne ebenfalls ver\u00f6ffentlichen. 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